HERRSCHMIDT ANIMATION

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Kapitel I: Am Anfang steht das Werk

Die Grundlage fuer den Erfolg ist in den meisten Fällen eine interessante Idee. Das Problem ist nur, dass das Internet überfüllt ist mit interessanten, nützlichen Dingen und Services. Es herrscht unglaublich viel Lärm und Konkurrenz und es ist so schwer wie nie zuvor, die Aufmerksamkeit eines Zuschauers zu erlangen. Selbst wenn Du Dich nur auf die Angebote konzentrierst, die direkt auf deine Bedürfnisse und einzigartigen Vorlieben maßgeschneidert sind, gibt es noch mehr als du konsumieren kannst. Die Anforderungen an ein künstlerisches Werk sind durch diesen Überfluss enorm gestiegen. Es reicht nicht mehr nur nützlich oder interessant zu sein, grossartige Sachen sind das Minimum.

Um etwas Bleibendes zu schaffen, muss ein außergewöhnliches Werk auch noch die Aufmerksamkeit des Publikums über einen längeren Zeitraum halten können. Es muss wert sein darüber zu reden, ist etwas das nur DU machen kannst oder eine neue Technologie nutzt. Es kann einfach nur eigenartig, unglaublich hilfreich, hervorragend echt oder auf brillante Weise neu sein. Eine Idee verbreitet sich am besten, wenn sie ein Vakuum füllt und in einem Medium verpackt ist, das eine schnelle Verteilung erlaubt.

Ein Grund fuer die rasante Verbreitung der Internet-Serie "Happy Tree Friends" ist - neben dem radikalen Konzept - ihr Medium: das Internetvideo (in Form einer Flash-Animation). Im Jahr 2002, drei Jahre vor der Gründung Youtubes, waren die Macher von "Happy Tree Friends" Pioniere in diesem Bereich. Es lohnt sich demnach nicht nur nach einer aussergewöhnlichen Idee zu suchen, sondern ebenfalls neue Medien für die Animation zu finden.

Der Erfolg des Debüt Albums "For Emma, Forever Ago" des Sängers Bon Iver kam zum Teil daher, dass er eine Geschichte um die Entstehung schuf, mit der die Fans sich identifizieren konnten. Die Musik entstand in einer abgelegenen Jagdhütte in Wisconsin, in der er sich - nach der Trennung von seiner Freundin - über Winter einschloss. Er veröffentlichte die Songs auf seiner MySpace-Seite, brannte 500 CDs, bedruckte sie mit ihrer Entstehungsgeschichte und schickte sie an einige Musik-Blogger. Bald verbreiteten bekannte Blogs seine Musik, er trat im Fernsehen auf, hatte ein Label und spielte vor ausverkauften Hallen.

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